SEXUAITÄT

Sexueller Druck in Liebesbeziehungen

(Wie) erleben Sie Sexualität mit Ihrer/Ihrem PartnerIn?

In langjährigen Partnerschaften kann Sexualität abhanden kommen oder sich fad und unerfüllt anfühlen.

Unterschiedlich starkes Verlangen führt zu Unzufriedenheit und Konflikten, ggf zu Scham- und Schuldgefühlen. PartnerInnen wünschen sich aber körperlich und seelisch begehrt zu werden und zu begehren.

Wie kann das dauerhaft gelingen?  

Sexualität ist ein zentraler Bestandteil einer Partnerschaft und spiegelt häufig die partnerschaftliche Situation wider. Probleme wie Lustlosigkeit, ungleiche Bedürfnisse oder körperliche Beschwerden (z. B. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Erektionsstörungen etc.) können die Beziehung belasten.

Klassischerweise wird sexuelles Verlangen als biologischer Trieb verstanden.

Ein beidseitiges Orgasmuserleben ist für viele PartnerInnen das Kriterium einer "funktionierenden Sexualität". Anhand dieses hochgesetzten Maßstabes bewerten sie  ihre Sexualität somit häufig als unzureichend und empfinden Unglück und Scham. Gibt es hier Probleme kritisieren sich manche PartnerInnen gegenseitig latent oder offen. Es besteht die Gefahr, dass der/die PartnerIn mit dem geringeren sexuellen Verlagen sich pathologisiert fühlt, während der/die PartnerIn mit dem stärkerem sexuellem Verlangen sich, hinsichtlich mangelnder Feinfühligkeit, in Zweifel gezogen sieht. Sexuelle Unzufriedenheiten oder Probleme offen und wertfrei zu thematisieren ist für entsprechende Paare ungewohnt (es gab/gibt keine Vorbilder!)  und kostet entsprechend Überwindung.

Hilfreiche sexualtherapeutische Ansätze von Diana Richardson & David Schnarch um "echte" Intimität zu entwickeln

Die Autorin und Paarcoach Diana Richardson tritt den genannten Erwartungshaltungen in Partnerschaften entgegen.

Sie hält stattdessen dazu an, in nahen und/oder erotisch-sexuellen Kontakten immer wieder an - und inne zu halten! Und der amerikanische Sexualtherapeut David Schnarch stellt folgende Thesen zu dem Thema auf: 

1. Jeder/jede PartnerIn wünscht sich, als Mensch vom anderen gewollt und begehrt zu werden - und zwar:

    psychologisch & physiologisch - Man könnte auch sagen: körperliche und seelische Intimität zu vereinen!

2. Viele PartnerInnen haben Angst, sich mit ihrem Begehren in Abhängigkeit zu begeben.

    Hierzu gibt es viele Vermeidungsstrategien, wie Enthaltsamkeit, "leichte" Affairen etc.. 

    Es bleibt aber möglicherweise eine Sehnsucht nach mehr Tiefe - und dem Erleben mit allem angenommen zu sein.