Die Natur macht es uns vor
Neurogenes Zittern ist ein natürlicher Mechanismus des Körpers, um überschüssige Energie und Spannung, die durch traumatische Ereignisse entstanden sind, abzubauen. Während Beutetiere, nach eine lebensbedrohliche Situation dieses Zittern instinktiv zulassen, haben viele Menschen das Zittern verlernt, da es gesellschaftlich mit Scham behaftet ist. Stattdessen hält der Körper die überschüssige Energie zurück,
statt sie zu entladen. Dies führt dazu, dass die Energie in einer sog. "bio-neuronalen Feedbackschleife" gefangen bleibt: Das Gehirn interpretiert die anhaltende Spannung
als Gefahr und hält den Körper in einem Zustand der Alarmbereitschaft. Genau hier setzt das Neurogene Zittern an. Ein überraschend einfaches aber wirkungsvolles Mittel, um den hartnäckigen Traumakreislauf zu unterbrechen, ist die Arbeit mit der Körperspannung. Diese Spannung entsteht durch den beschriebenen Mechanismus, der mit wiederholten traumatischen Ereignissen einhergeht. Sie kann mit gezielten Übungen, dem sogenannten "Neurogenen Zittern" auf natürliche Weise abgebaut werden.
Der Psoas-Muskel, auch als Stressmuskel bekannt, spielt eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung von Stress und Trauma. In belasteten Situationen spannt er sich an, um den Körper zu schützen, etwa durch die Vorbereitung auf Kampf oder Flucht. Bleibt diese Spannung jedoch bestehen, kann sie zu chronischen Beschwerden, wie Schmerzen und Fehlhaltungen führen.
Mit einfachen Körperübungen, wird ein natürlichen Entladungsmechanismus ausgelöst, der hilft Verspannungen, insbesondere des Psoasmuskels sanft zu lösen. Dabei wird im Muskel gespeicherte Energie frei gesetzt, was nicht nur körperliche Entspannung bewirkt, sondern auch das Nervensystem beruhigt. So erhält das Gehirn das Signal, dass keine Gefahr mehr besteht, wodurch sich innere Ruhe und Gleichmut einstellen können.
Die Übungen wirken auch bei Nichttraumatisierten sehr effizient gegen Stress, sind leicht erlernbar und in die tägliche Routine integrierbar. Neurogenes Zittern ist übrigens eine sehr gute Alternative zu Meditation.
Diese kann für Menschen mit tiefsitzenden Trauma eine Überforderung darstellen oder auch, aufgrund von Dissoziation (Abspaltung der Gefühle), äußerlich "gut aussehen", jedoch keinen positiven Effekt haben.
Interesse am Neurogenen Zittern in der Gruppe in Kombination mit gemeinsamen heilsamen Singen und Tönen?