Die Einbeziehung des Körpers spielt bei der Traumaheilung eine wichtige Rolle. Vorab hier noch einmal zusammenfassend die wichtigsten Traumafolgestörungen (siehe Bindungstrauma in Partnerschaften und den entsprechenden Unterseiten):
1. Überlebensstrategien als Reaktion auf Trigger, die an die traumatische Situation erinnern, laufen über das autonome Nervensystem, sodass Reflektion als Zwischenschritt nicht vorgesehen ist. Dieser muss mühsam wieder erlernt werden.
2. Ungünstige, tiefsitzende Selbstidentifikationen bieten dem traumatisierten Menschen Sicherheit: Die Frage: "Wer bin ich, wenn mein Leben leicht und glücklich verläuft?" ist noch irritierend und ungewohnt.
3. Süchtig machende Hormonausschüttungen im Körper befeuern den unglücklichen Trauma-Kreislauf.
Mehr und mehr fließen Forschungsergebnisse von unterschiedlichen Professionen zusammen, wie der Mensch Emotionen erlebt und kontrolliert: PsychologInnen untersuchen klassischerweise den Menschen und das Zusammenspiel des Egobewusstseins mit dem Handeln, NeurologInnen erforschen Gehirnaktivitäten in unterschiedlichen "Seinszuständen", PsychobiologInnen wissen um die chemischen Substanzen, die vom Gehirn und Körper erzeugt und übermittelt werden etc..
Aus diesem komplexen Wissen haben sich verschiedenste Heilmethoden entwickelt, um traumatisierten Menschen
vom festsitzenden Leiden zu befreien. Es gibt also eine ganze Reihe von sinnvollen Ansätzen zur Traumaheilung,
die sich auf Beobachtung des beschriebenen Verhaltens, die neuronalen Veränderungen des Gehirns und die Polyvagaltheorie, den körperlichen Auswirkungen hinsichtlich der Hormonproduktion und Körper-Spannungen beziehen.
In den letzten Jahren finden körperorientierte Methoden zur Traumaheilung, wie "SE" (Somatic Experiencing) und "NARM" (Neuro Affektive Relation Modell) immer mehr Anklang. Trauma sitzt im Körper - und Körper und Geist wirken zusammen. Es hat sich gezeigt, dass es sehr sinnvoll ist, den Körper zur Traumaheilung mit einzubeziehen.