Kennen Sie extreme Gefühle des absoluten Glücks und des tiefen Leidens?
Sind Ihnen Schwankungen von Unruhe, Hoffnung, Zuversicht,
"sich in der Kraft fühlen" gefolgt von Schockmomenten,
großen Enttäuschungen, tiefen Abstürzen und anschließender Scham, Ratlosigkeit, Frustration, Resignation vertraut?
Und raffen Sie sich dennoch immer wieder auf, starten neu und rutschen wieder in ähnliche Muster?
Kennen Sie den Traum nach der/dem "Richtige(n/m)" und das "Trauma" offenbar wieder an die/den "Falsche(n)" geraten zu sein?
Um vom "Partnerschafts-Trauma" zum Traum einer erfüllten Partnerschaft zu finden, kann es augenöffnend sein,
den Suchtfaktor, der das beschriebene schmerzhafte Spiel antreibt, tiefer zu verstehen.
Hierbei spielt die Ausschüttung von Hormonen eine zentrale Rolle.
Bei wiederholtem Trauma-Erleben, wie es Menschen mit Bindungstrauma erfahren haben, ist das biologische Grundniveau verschiedener chemischer Substanzen in Ungleichgewicht gekommen.
Die hormonelle Veränderung im Körper traumatisierter Menschen ist zwar individuell, doch in der Regel
spannt der Körper im Moment des traumatischen Erleben zunächst an, um die Gefahr abwehren zu können.
Hierbei kommt es insbesondere zum Adrenalin/Cortisol- Überschuss.
Die entsprechende Reaktion des traumatisierten Menschen schützt ihn vor dem, was als Gefahr interpretiert wurde. Der/die FreundIn, ChefIn, KollegIn oder eben auch PartnerIn wird erfolgreich vertrieben. In einer entsprechenden Streitsituation machen Endorphine zusätzlich high und Dopamin führt zu kurzfristigen Zufriedenheitsgefühlen. Einsamkeitsgefühle, sowie Scham und Selbstzweifel können folgen.
Früh traumatisierte Menschen haben gelernt (scheinbar) emotional unangreifbar zu sein und lassen sich nur rudimentär auf Beziehung ein, wenn überhaupt.
In Partnerschaften fühlen Sie sich schnell bedrängt von Ihrer/Ihrem PartnerIn, der/die auf mehr Bindungserleben drängt. Bei stark traumatisierten Menschen wird der Adrenalien/Cortisol- Überschuss nicht vollständig abgebaut wird. Die körperliche Grundspannung kann dadurch dauerhaft erhöht sein.
Eine der ungünstigen Folgen des erhöhten Überschusses von Adrenalin und Cortisol ist ein damit einhergehender Abbau von Serotonin, dem Neurotransmitter, der für die Regulation der Stimmung und für einen gesunden Schlaf-Wachrhythmus sorgt. Im Falle von Bindungstrauma unterstützt ein niedriger Serotoninspiegel zudem, harmlose Situationen und Begebenheiten vertraut ungünstig, also für sich negativ zu deuten.
Dopamin wirkt ebenfalls, wie oben bereits erwähnt, auf den Körper eines bindungstraumatisierten Menschen.
Bei akutem Stress erhöht sich zunächst die Dopamin-Ausschüttung, was zur gesteigerten Wachsamkeit führt. Chronischer Stress hingegen kann die dopaminerge Aktivität langfristig verringern und damit Motivation, Belohnungsempfinden und emotionale Regulation beeinträchtigen. Bei Menschen mit Bindungstrauma kann eine Störung des Dopamin gesteuerten Belohnungssystem zu suchtähnlichen Verhalten in der Beziehung führen.
Dies äußert sich in einem Kreislauf aus Verlangen, kurzfristiger Befriedigung und anschließendem Dopamin-Defizit, der zu zwanghaftem Verhalten und der Suche nach immer stärkeren Reizen führen kann. Zudem kann auch ein Dopamin-Ungleichgewicht den Schlaf-/Wachrhythmus beeinträchtigen.
Ein ähnlicher -unter Paaren ebenfalls verbreiteter- Suchtmechanismus ist folgender:
Aufgrund unsicherer Bindungserfahrung wurde gelernt, dass Liebe/Geborgenheit nicht selbstverständlich ist,
sondern verdient werden muss. Diese Erfahrung, z.B. nicht selbstverständlich in den Arm genommen, gesehen, anerkannt und geschätzt zu werden, wird im Erwachsenenalter fortgeführt. Die Anstrengung, hierfür etwas tun zu müssen, erhöht Cortisol- und Adrenalinausschüttung und wird mit der überraschenden Bedürfnisbefriedigung
nach einigen Fehlversuchen belohnt: Der Körper schüttet vor allem viel Dopamin aus, das, wenn auch nur kurzfristig, sehr glücklich, macht. So wird "unbewusst" für entsprechende Aufregung in der "Liebe" gesorgt, um immer wieder entsprechende - wenn auch kurzfristige - Glücksgefühle zu erhaschen. Das Bindungshormon Oxytocin kann sich so leider nicht bilden.